Vortragsprogramm

Forscherinnen und Forscher geben einen Einblick in ihr Fachgebiet. Die Vorträge sind öffentlich und kostenlos und beinhalten einen vorgängigen Apéro. Bei Vorträgen im Museum.BL in Liestal sind Zuhörer jeweils ab 18:00 herzlich eingeladen, kostenlos die Ausstellung "Wildes Baselbiet" zum Thema Biodiversität zu besuchen.

 

Bitte beachten Sie auch das Vortragsprogramm unserer Schwestergesellschaft, der Naturforschenden Gesellschaft in Basel NGiB (Programm ansehen).

 

Datum, Ort

Vortrag

24.10.2018 (Mi), 19:30

Gymnasium Laufen

Der Boden - Grundlage des Waldes

Dr. Sabine Braun, Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP)

 

Unzählige Würmer, Insekten, Pilze, Algen, Flechten, Bakterien und Säugetiere leben im Waldboden. Obwohl sie für uns meistens unsichtbar bleiben, sind diese Bodenlebewesen doch lebensnotwendig für unsere Waldbäume. Sie bauen abgestorbenes organisches Material wie Falllaub und Totholz ab und stellen somit die enthaltenen Nährstoffe wieder zur Verfügung. Eine herausragende Rolle spielen dabei Regenwürmer und sogenannte Mykorrhizapilze. Doch dieses komplexe Oekosystem ist im Wandel. Ob Stickstoffdünger aus der Landwirtschaft, Ozon oder Säuren - Veränderungen der Bodenchemie durch menschliche Aktivitäten wirken sich auf unterschiedliche Weise aus. Auch der extrem trockene Sommer 2018 wird im Wald seine Spuren hinterlassen. Dr. Sabine Braun gibt uns einen Einblick in ihr Forschungsgebiet.

13.11.2018 (Di), 19:00

Museum BL, Liestal

Spracherkennung: Endlich hilfreich oder wieder ein Hype?

Dr. David Imseng, Geschäftsführer recapp IT AG

 

Bei Geräten mit Sprachsteuerung schauten wir Schweizer bislang in die Röhre. Smartphones, Smart-TVs und Co. verstehen heute mit einigen Ausnahmen bestenfalls Hochdeutsch. Mit unserem Dialekt haben wir keine Chance. Das wird sich aber bald ändern.

Die Firma recapp IT AG entwickelt und vertreibt Software zur automatische Erkennung und Transkription von Schweizer Sprachen. Recapp hat die schweizerische Sprachkomplexität und die Digitalisierung als Chance genutzt um eine robuste und einzigartige Spracherkennungslösung umzusetzen, welche mittels künstlicher Intelligenz und modernster Spracherkennungs-Technologie die bestehenden Arbeitsprozesse drastisch vereinfachen kann. 

In diesem Vortrag werden erfolgreich umgesetzte Spracherkennungsprojekte, wie die automatisierte Sitzungsprotokollierung, Archivindexierung oder Sprachsuche in Dialekt vorgestellt. Die Beispiele zeigen auf, was realistisch ist und was (noch) ein Science-Fiction Traum bleibt.


 

05.12.2018 (Mi), 19:00

Museum BL, Liestal

Tiergestützte Therapie in der Neuro-Rehabilitation

Dr. Karin Hediger, REHAB Basel

 

Tiergestützte Therapie wird in immer mehr Neurorehabilitationskliniken eingesetzte.

Im Vortrag wird anhand von Fallbeispielen aufgezeigt, wie tiergestützte Therapie bei Menschen mit Hirnverletzungen umgesetzt werden kann, welche Effekte dies hat und worauf geachtet werden muss. Zudem wird der aktuelle Forschungsstand präsentiert und laufende Studien am REHAB Basel vorgestellt. Aufbauend darauf werden Wirkmechanismen dikutiert, die der tiergestützten Therapie zugrunde liegen.

 

24.1.2019 (Do), 19:00

Museum.BL, Liestal

Wie sprechen staatenbildende Insekten miteinander?

Dr. Brigitte Braschler, Universität Basel

 

Während viele Insekten Einzelgänger sind, bilden Ameisen, Termiten sowie einige Bienen und Wespenarten zum Teil riesige Staaten. In diesen erfüllen verschiedene Individuen unterschiedliche Aufgaben. Diese Zusammenarbeit für das Allgemeinwohl erfordert eine gute Kommunikation. Vom Schwänzeltanz der Honigbienen über den Tandemlauf gewisser Ameisen zu zahlreichen Duftsignalen funktioniert diese Kommunikation völlig anders als beim Menschen. Gerade das macht diese Kommunikation aber besonders interessant. So wurden auch schon Robotik-Ingenieure von Ameisen inspiriert.

 

14.2.2019 (Do), 19:00

Museum.BL, Liestal

Sprache und Verständnis: Brauchen wir das Gehirn, um Sprache zu verstehen?

Prof. Dr. Martin Meyer, Universität Zürich

Wer hat sich eigentlich schon einmal wirklich überlegt, wie das Gehirn Sprache versteht? Haben wir ein kleines Männlein oder Fräulein im Kopf, das mit einem Buch auf dem Schoss Deutsch in Hirnisch übersetzt?
Die Wissenschaft hat bei der Beantwortung dieser Frage in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gemacht. Zum einen weiss man heute recht gut, WO im Gehirn Sprache verarbeitet wird. Zum anderen haben wir auch zunehmend eine Vorstellung, davon WIE das geschieht.
Darüber hinaus wird  der Vortrag den heutigen Stand der Forschung zum Ursprung der menschlichen Sprache(n) zusammenfassen. Dabei werden wir insbesondere der Frage nachgehen, ob sich die Sprache den Erfordernissen des Gehirns entsprechend entwickelt hat oder ob sich das Gehirn an die Eigenschaften der Sprache angepasst hat.

19.2.2019 (Di), 19:30

GymnasiumLaufen

Digging deep: Die Symbiose zwischen Waldbäumen und Pilzen

Lucienne de Witte, Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP)

Unsere Wälder bieten vielseitige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Seit einigen Jahrzehnten wird der Wald jedoch durch Schadstoffemissionen von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft stark belastet. Dies führt zu einer Reduktion des Angebots an wichtigen Nährstoffen. Auch Tiere und Bodenlebewesen wie zum Beispiel Pilze kämpfen mit dieser starken Veränderung des Nährstoffkreislaufes. Viele Waldbäume leben in Symbiose mit Ektomykorrhizapilzen, welche eine sehr wichtige Rolle in ihrer Nahrungsaufnahme spielen. Die Pilzfäden bilden grosse und auch sehr tief wachsende Netzwerke im Waldboden, welche die Wurzeln mehrerer Bäume verbinden können (wood wide web). So ermöglichen sie einen Austausch von Nährstoffen über grosse Distanzen und Bodenvolumen. Gleichzeitig bilden sie, genährt durch die Fotosyntheseprodukte der Bäume, einen wichtigen Kohlenstoffspeicher im Boden. Wie die Vielfalt und das Wachstum der Ektomykorrhizapilze aufgrund der aktuellen Umweltveränderungen beeinflusst wird, und warum die Pilze unsere Waldbäume nicht mehr genug mit Nährstoffen versorgen können, ist Kernthema der Forschung der Referentin. Die Untersuchungen basieren auf verschiedenen, teils aufwendigen, Feld- und Labormethoden, denn ausser ihren sporadisch auftauchenden Fruchtkörpern kann man diese Pilze oberirdisch nicht sehen. Aktuell läuft ein neues Forschungsprojekt, in welchem die Ektomykorrhizapilze bis in 100 cm Bodentiefe untersucht werden. Damit soll herausgefunden werden, bis in welche Tiefe die Pilze in unseren Buchenwäldern wachsen können, und ob sie auch zur Wasser- und

Nahrungsaufnahme der Bäume beitragen können, wenn die obersten Bodenhorizonte versauern.

19.3.2019 (Di), 19:00

Museum BL

Liestal

Wissenschaftskommunikation im Webzeitalter - ein Bericht

Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene, Universität Zürich

Im Vortrag berichte ich über meinen YouTube Kanal „PHoyningen“, den ich seit gut fünf Jahren betreibe. Im Moment hat der Kanal gut 5‘000 Abonnenten, es sind dort gut 220 Videos hochgeladen, die z.Zt. knapp 200‘000 Aufrufe pro Jahr mit durchschnittlich etwas über 12 min Wiedergabezeit pro Aufruf erhalten. Darunter befinden sich mehrere Vorlesungen, die über ein ganzes Semester gehalten wurden, sowie Vorträge, Interviews, Fernsehmitschnitte und Ähnliches. Viele Themen stammen aus der Wissenschaftsphilosophie, was die populäre Darstellung naturwissenschaftlicher Inhalte einschliesst. Zunächst werde ich einige Fakten des Kanals darstellen und die Überlegungen, die mich dabei geleitet haben. Dann werde ich auf einige der didaktischen Prinzipien eingehen, die ich bei meiner Lehr- und Vortragstätigkeit zur berücksichtigen versuche. Schliesslich berichte ich kurz über das erstaunliche Feedback, das ich durch meinen Kanal immer wieder erhalte.

 

27.3.2019 (Do), 19:00

Museum.BL, Liestal

Mitgliederversammlung mit Verleihung des Franz Leuthardt Preises: Vortrag des Preisträgers